08 Jan. Hexentaufe 2026 in Stuttgart-Vaihingen – Frostige Bedingungen, Heiße Stimmung
Eisige Temperaturen, lodernde Fackeln und eine Gemeinschaft, die zusammensteht
Die Hexentaufe am 7. Januar 2026 war ein Abend, der in Erinnerung bleibt. Nicht, weil er bequem war, sondern weil er genau das Gegenteil verkörperte. Tiefer Winter, klirrende Kälte und eine Atmosphäre, die durch Gemeinschaft, Tradition und echtes Engagement getragen wurde. In Stuttgart-Vaihingen lagen die Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Der Boden war hart gefroren, der Atem sichtbar in der Luft. Doch genau diese Bedingungen machten den Charakter des Abends aus.
Auftakt mit Symbolkraft: Fackeleinlauf und Maskenabstauben
Traditionsgemäß wurde die Hexentaufe mit dem Fackeleinlauf eröffnet. Flammen erhellten die Dunkelheit, Funken tanzten in der kalten Nachtluft, und der Platz füllte sich mit erwartungsvoller Spannung. Direkt im Anschluss folgte das Häß- und Maskenabstauben – ein fest verankerter Bestandteil unserer Brauchtumspflege. Alte und neue Masken, sorgfältig vorbereitet, standen sinnbildlich für den Übergang in die neue Kampagne. Hier wird nichts beiläufig getan. Jede Handlung hat Bedeutung.
Die Prüfungen: kein Ritual ohne Bewährung
Im Zentrum der Hexentaufe standen unsere fünf Täuflinge, die sich den traditionellen Prüfungen stellen mussten. Ziel war der heiß begehrte Besenführerschein – und der wird nicht verschenkt.
Beim Besenreiten war Gleichgewicht und Konzentration gefragt, beim Dosenschießen Treffsicherheit trotz kalter Finger. Der Höhepunkt folgte mit dem berüchtigten Hexensud. Knoblauch, Wurstwasser, Fisch, Ingwer und weitere geheime Zutaten sorgten für ehrliche Reaktionen und reichlich Gelächter. Ein Sud, der weniger nach Genuss schmeckt, dafür umso mehr nach Zugehörigkeit. Das Rezept bleibt selbstverständlich geheim. Wer es wissen will, muss sich an Hexe Maxi wenden 🤫
Der feierliche Moment der Aufnahme
Nach den bestandenen Prüfungen wurde es stiller. Gemeinsam sprachen die Täuflinge den Taufspruch, bevor ihnen feierlich Masken und Tauftücher überreicht wurden. Ein Moment, der jedes Jahr aufs Neue zeigt, wie stark Rituale verbinden. Hier wird niemand einfach Mitglied. Hier wächst man hinein, Schritt für Schritt, getragen von der Gruppe.
Nachwuchsarbeit mit System: sechs neue Azubi-Hexen
Neben den Täuflingen durfte sich die Hexengruppe über weiteren Zuwachs freuen. Sechs neue Azubi-Hexen wurden offiziell aufgenommen. Mit der Übergabe der Azubistole beginnt für sie nun die Ausbildungsphase. In der kommenden Kampagne werden sie sich als Sudhexen beweisen, Verantwortung übernehmen und Erfahrung sammeln. Nachwuchsarbeit bedeutet hier nicht Zuschauen, sondern Mitmachen. Fordern, fördern, einbinden.
Premiere mit Signalwirkung: der neue Hexentanz
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der erste Auftritt des neuen Hexentanzes. Mit klarer Choreografie, Ausdruck und spürbarer Energie zeigte die Gruppe, wohin die Reise geht. Der Applaus sprach für sich. Der Tanz ist mehr als ein Programmpunkt. Er ist Ausdruck von Entwicklung, Zusammenhalt und dem Willen, Tradition weiterzuentwickeln, ohne sie zu verwässern 🧙♀️🤩
Gemeinschaft trotz Kälte
Ein solcher Abend funktioniert nur, wenn viele mitziehen. Ein großer Dank gilt unserem Verein für die Bewirtung sowie allen Gastgesellschaften und Zuschauerinnen und Zuschauern, die der Kälte getrotzt haben 🥶. Wer bei diesen Temperaturen bleibt, bleibt aus Überzeugung. Genau das macht den Unterschied zwischen Veranstaltung und Gemeinschaft.
Fazit: Brauchtum lebt durch Menschen
Die Hexentaufe 2026 war kein Selbstläufer. Sie war das Ergebnis von Vorbereitung, Engagement und Zusammenhalt. Sie zeigte eindrucksvoll, wie lebendig Brauchtum sein kann, wenn es ernst genommen wird. Für die Karnevalsgesellschaft Schwarze Husaren e.V. ist diese Veranstaltung mehr als Tradition. Sie ist ein klares Bekenntnis zu Nachwuchsarbeit, Identität und einer Kampagne, die auf einem starken Fundament steht.

Kim Schumacher